Heilpflanzen und Samen - Wirkung und Anwendung

"Wachsende" Begeisterung

In unserem Samen-Shop finden Sie seltene und teilweise schwer erhältliche Samen-Sorten in den Kategorien Heil- und Kulturpflanzen. Wir bieten Ihnen eine faszinierende Auswahl an Samen für Ihre eigene Heilpflanzen-Anzucht. Unser nichtalltägliches Saatgut sorgt ganz nebenbei auch für ein tropisches Feeling bei Ihnen zu Hause. Alle von uns angebotenen Heilpflanzen-Samen sind mit ausführlichen Informationen zu Wirkung, Aussaat, Geschichte, Studien, Vorkommen, Verwendung und Dosierung dokumentiert, teilweise mit unseren gratis e-Books zum Download, die auch an Höheren Fachschulen als Lehrmittel eingesetzt werden.

Übersicht:

Symbolbild Anti Aging

Anti-Aging Anti-Aging hat sich als junge medizinische Fachrichtung das Ziel gesetzt, altersabhängige Funktionseinbussen und alterstypische Veränderungen der Organe vorzubeugen.

Kobralilie

Schmerzen Unter chronischen Schmerzen versteht man über drei Monate andauernde und immer wiederkehrende Schmerzzustände. 16% der Bevölkerung leiden an chronischen Schmerzen.

Symbolbild Nerven

Nerven Die wichtigsten Nerven-Funktionen: Sie befördern Informationen der Aussenwelt zum Gehirn und weisen andererseits die Muskeln an, auf diese Informationen zu reagieren.

Symbolbild Immunsystem

Immunsystem Das Immunsystem gehört zu den wichtigsten Pfeilern unserer Gesundheit. Es schützt gegen Fremdorganismen wie Viren und Bakterien und nicht funktionstüchtige Zellen.

Symbolbild Hormone

Hormone Hormone stimulieren eine Vielzahl von lebensspendenden Prozessen im ganzen Körper und sorgen so für Gesundheit, Harmonie, Wachstum, Heilung und Regeneration.

Symbolbild Wellness

Wellness Die Auffassung von Wellness wird mittlerweile auch als Medical Wellness bezeichnet, deren Grundlage vor allem eine gesundheitsbewusste Lebensweise im Alltag ist.

Symbolbild Heilpflanzen

Heilpflanzen Eine Heilpflanze oder pflanzliche Droge wird in der Pflanzenheilkunde wegen ihres Gehalts an Wirkstoffen zu Heilzwecken oder zur Linderung von Krankheiten verwendet.

Symbolbild Informationen

Informationen Ausführliche Informationen zu Naturheilkunde, Pharmakologie, Physiologie und Phytotherapie. Rezepte und Infos zu Adaptogenen, Antioxidans und Phytohormonen.

Nachwachsender Rohstoff

Heilpflanzen-Samen haben sich für den Eigenanbau bewährt und versorgen uns mit qualitativ hochwertigen Wirkstoffen. Ein Beispiel ist Pflanzenöl, es wird seit min. 6000 Jahren aus Samen gewonnen. Die Verwertung nutzbarer Pflanzenwirkstoffe und der Gebrauch der Samen oder Heilpflanzen wie sie die Natur produziert, sind heute nicht mehr wegzudenken. Auch wenn sie teilweise in veränderter Form als rezeptfreie Hausmittel in Drogerien und Apotheken erhältlich sind. 
Unzählige sehr wirksame Medikamente haben ihre Wirkstoffe aus Heilpflanzen und Samen oder wurden aus pflanzlichen Stoffen weiter entwickelt. Die medizinische Wirksamkeit und die über Jahre analysierten Pflanzeninhaltsstoffe sind heute in der Medizin bestätigt und nachgewiesen. Gute Verträglichkeit und nachgewiesene Heilwirkungen von Pflanzen und deren Samen sind durch einwandfreie wissenschaftliche Studien belegt.
Der Gehalt an Wirkstoffen zu Heilzwecken oder zur Behandlung von Krankheiten ist für Heilpflanzen bezeichnend. Die Inhaltsstoffe werden als Rohstoffe für Phytopharmaka in verschiedensten Formen, auch für Teezubereitungen und Kosmetika verwendet. Heilpflanzen werden ebenfalls zu nachwachsenden Rohstoffen gerechnet, da ihre Verwendung nicht innerhalb des Nahrungs- und Futtermittelbereichs stattfindet. Für die Landwirtschaft hat sich der Anbau von Heilpflanzen über Saatgut zu einem inzwischen durchaus interessanten Bereich entwickelt.
Der komplexen Beziehung zwischen Mensch und Pflanzen hat sich die Ethnobotanik verschrieben. Gegenstand der Forschung ist unter anderem die Verwendung von Pflanzen als Medizin, Nahrung oder Rohstoff. Dazu gehören auch die Bedeutung in Religion, Volksglaube oder Schamanismus. Die Botanik ist nah verwandt mit der Medizin und auch heute sind Rohstoffe aus dem Pflanzenreich im Zentrum für die Entwicklung neuer Arzneimittel. In diesem Zusammenhang ist ausserordentlich interessant, wie einige Samen- und Pflanzeninhaltsstoffe im menschlichen Organismus auf Rezeptoren treffen und ihre Wirkung ausführen, analog vielen Genussmitteln, wie beispielsweise bei Nikotin oder Koffein. Hier zeigt sich sehr deutlich die enge Verbindungen zwischen den Lebewesen.

Jeder Mensch ist in seinem Leben schon mit Samen und Heilpflanzen in Kontakt gekommen und trotzdem wird ihnen im öffentlichen Bewusstsein und auch im Natur- und Artenschutz zu wenig Beachtung geschenkt. Viele unscheinbare Kräuter oder Samen zeigen mit ihren Pflanzenbestandteilen eine heilende Wirkung. Unsere Beachtung erhalten meist die schönen Blüten vieler Pflanzen, obwohl viele medizinisch wirksame Substanzen in den unterschiedlichsten Teilen der Pflanze verborgen sind. Die Wirkstoffe können in den Blättern, in der Wurzel, im Spross, in der Rinde, dem Harz oder den Samen schlummern.
Kaum eine Pflanzenart gleicht der andern und ebenso unterscheiden sich auch ihre Heilwirkungen, das wussten schon unsere Vorfahren. Besonders in den Industriestaaten ist das abgestützte Wissen über viele Heilpflanzen und deren Samen nicht erhalten geblieben und trotzdem bedient man sich heute wieder vermehrt der fast vergessenen Heilkräuter.

Samen erfolgreich keimen lassen

Woher weiss ein Samen, dass er nicht mehr in der Frucht steckt, sondern im Blumentopf sitzt und dort keimen soll?
Die  verschiedenen Pflanzenarten haben sehr unterschiedliche Strategien entwickelt. Grundsätzlich befindet sich der Samen in einem Ruhezustand, dieser wird auch als Keimruhe oder Dormanz bezeichnet. Dieser Zustand hindert den Samen so lange am Keimen, bis er optimale Bedingungen erhält. Dieser Zustand kann unter den richtigen Bedingungen Jahre, Jahrzehnte und sogar Jahrhunderte dauern. Andere Samen verlieren aber in kurzer Zeit ihre Keimfähigkeit. 
Um Samen zum Keimen zu bringen, muss die Keimruhe durchbrochen werden. Man sollte sich Gedanken machen, wo die Pflanze heimisch ist und welche Bedingungen sie dort vorfindet, um sich erfolgreich zu entwickeln und zu vermehren.

Faktoren, welche die Keimruhe beeinflussen

Wasser Feuchtigkeit lässt den Samen quellen und aktiviert bestimmte Enzyme für das Keimen. Es kann auch zum Auswaschen von Hemmstoffen kommen, diese Strategie wird oft von Pflanzen in Wüstengebieten benutzt. Erst ein ausgiebiger Regen lässt sie dann keimen. Andere Samen müssen zuerst austrocknen, um die Keimruhe zu brechen.
Licht Viele Pflanzen sind Lichtkeimer. Die Samen dürfen deshalb nicht mit Erde bedeckt werden. Aber Vorsicht, Licht wirkt bei anderen Samen hemmend (Dunkelkeimer).
Temperatur Samen keimen meist über ein breites Temperaturspektrum, jede Art benötigt aber ihren spezifischen Bereich. Kaltkeimer benötigen erst tiefe Temperaturen, bevor sie keimen. Das stellt im Freien sicher, dass der Samen erst nach dem Winter keimt. Dies lässt sich auch im Kühlschrank simulieren (Stratifikation).
Sauerstoff Sauerstoff ist nötig, um aus den Reservestoffen des Samens effizient Energie gewinnen zu können. Diese Samen sollten deshalb nicht in zu feuchter oder zu stark komprimierter Erde eingesetzt werden.
Feuer Einige Samen werden erst durch ein Buschfeuer keimfähig. Bekannte Vertreter finden sich im australischen Buschland.
Säure Für einige Samen ist Säurekontakt das Signal, die Keimruhe zu brechen. In der Natur findet dieser Kontakt im Magen von Tieren statt.
Mechanischer
Abrieb
Der Abrieb der Samenschale durch Steinpartikel oder Bodenkontakt, z.B. in einem Bachlauf, sind bei diesen Samen die keimfördernden Auslöser. Der Abrieb kann auch künstlich mit Sandpapier erfolgen (Scarifikation).

2000 Jahre alter Samen einer Dattel ausgekeimt

Israelischen Forschern ist eine Sensation gelungen: Aus einem Samen einer Dattelpalme aus der Zeit um Christi Geburt haben sie eine lebensfähige Pflanze gezogen. Archäologen hatten den Samen bei Ausgrabungsarbeiten an der berühmten Masada-Burg, einer Festung von Herodes, gefunden.
Knapp dreieinhalb Jahre ist die kleine Dattelpalme jetzt, und ihre Blätter ragen 1,20 Meter in die Höhe. Der Samen, aus dem sie 2005 keimte, hat gut 2000 Jahre überdauert und damit einen neuen Rekord aufgestellt.

Archäologen fanden diesen und einige weitere Samen von Dattelpalmen 1963 bis 1965 bei Ausgrabungsarbeiten an der berühmten Masada-Burg, einer Festung von Herodes dem Großen an der Westseite des Toten Meeres. Vier Jahrzehnte lagen die Samen dann in der archäologischen Sammlung, bis Sarah Sallon vom Forschungszentrum für Naturmedizin in Jerusalem sich ihrer annahm. Drei Samen pflanzte sie in Blumentöpfe und wartete geduldig ab. Acht Monate später zeigte sich das erste Grün, einer der Samen war ausgekeimt.

Zwei weitere Samen von damals wurden zerstört, um mit der sogenannten Radiokarbonmethode ihr Alter zu bestimmen. Wie Sallon heute in „Science“ berichtet, wuchsen beide im ersten Jahrhundert vor Christus auf ihren Elternbäumen heran. Damit hat die Dattel einer Lotuspflanze den Rang abgelaufen, die die US-Botanikerin Jane Shen-Miller 1995 aus einem 1300 Jahre alten Samen gezogen hatte.
Pflanzensamen können über eine erhebliche Zeitspanne hinweg keimfähig bleiben. Jahrhunderte sind allerdings die Ausnahme, Jahrzehnte dagegen durchaus normal. Dabei ist die Überdauerungsfähigkeit nicht nur zwischen den Arten variabel, sondern auch innerhalb einer Art. Das gehört zur Überlebensstrategie. Meist keimen Samen im Folgejahr ihrer Entstehung aus, aber es ist keineswegs gewiss, dass dann günstiges Wetter herrscht.

Wärme, Beleuchtungsdauer und Feuchtigkeit fördern die Keimung. Ist die aber einmal angestossen, dann gibt es kein Zurück mehr, die Pflanze muss heranwachsen. Folgt plötzlich eine Trockenperiode, dann geht die Pflanze zugrunde. Würden alle Samen einer Pflanze gleichzeitig auskeimen, dann löscht so ein Ereignis die gesamte Population am Standort aus. Deshalb keimen selbst Samen, die von derselben Pflanze stammen, nie alle gleichzeitig. Es sind immer einige dabei, die ein oder zwei Vegetationsphasen überspringen.
Die israelische Dattelpalme, Phoenix dactylifera, hat sogar gut 2000 Jahre abgewartet, bis sie auskeimte. Das ist aber im Wesentlichen dem Umstand zu verdanken, dass in der Fundregion von Masada hohe Temperaturen mit wenig Niederschlag herrschen. Die Keimungsbedingungen waren einfach zu ungünstig. Mit rund 2000 Jahren dürfte die Dattelpalme auch an die Grenze ihrer Überdauerungsfähigkeit herangekommen sein.