Blutdruck
Was ist der Blutdruck?
Damit das Blut jede Stelle des Körpers erreichen kann, muss es mit einem gewissen Druck aus dem Herzen gepresst werden. Weil das Herz nicht kontinuierlich, sondern – ähnlich wie ein Blasenbalg – in kleinen Stössen pumpt, schwankt der Blutdruck immer zwischen zwei Werten. Solange sich das Herz zusammenzieht (Systole), drückt es Blut in die Arterien und der Blutdruck steigt.
Wenn sich das Herz maximal zusammengezogen hat, ist der höchste Wert des Blutdrucks erreicht. Man nennt diesen oberen Wert den systolischen Blutdruck. Danach beginnt die Erschlaffungsphase (Diastole), in der sich die Herzkammern füllen und kein Blut in die Arterien gepumpt wird. Deshalb fällt der Blutdruck wieder auf den niedrigsten Wert ab. Dieser untere Wert heisst diastolischer Blutdruck. Damit wird deutlich, warum bei der Blutdruckmessung immer zwei Werte angegeben werden, z.B. 120 zu 80. Die Einheit ist mmHg, gesprochen «Millimeter Quecksilbersäule».
- 120 = systolischer Blutdruck = oberer Wert
- 80 = diastolischer Blutdruck = unterer Wert
Bluthochdruck
Bluthochdruck bereitet keine Schmerzen, und oft treten keine Beschwerden auf, die frühzeitig vor ihm warnen. Vielmehr stellt Bluthochdruck eine «stille Gefahr» dar, da viele Menschen sich trotz hohem Blutdruck jahrelang wohl und leistungsfähig fühlen. Anzeichen wie Schwindel, Kopfschmerzen, Nasenbluten oder Kurzatmigkeit treten nur selten auf. Aus diesem Grund bleibt ein Bluthochdruck oft über lange Zeit unentdeckt und wird erst bei einer Routineuntersuchung zufällig festgestellt. Nur bei etwa fünf Prozent aller Menschen mit Bluthochdruck gibt es eine bekannte Ursache wie Nierenerkrankungen, Herzerkrankungen oder Störungen im Hormonhaushalt. Meistens kennt man jedoch den Grund für den hohen Blutdruck nicht und spricht dann von einer primären oder essentiellen Hypertonie (Bluthochdruck). Eine Vielzahl von Einflüssen können die Entstehung von Bluthochdruck fördern. Neben Faktoren, die man nicht verändern kann, wie erbliche Veranlagung, Alter, Erkrankungen wie Zuckerkrankheit und Fettstoffwechselstörungen, gibt es auch viele, die der Patient beeinflussen kann. Hierzu gehören vor allem Rauchen, Übergewicht, kochsalzreiche Ernährung, Bewegungsmangel, hoher Alkoholkonsum und übermässiger Stress.
Ein Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und erhöhtem Blutdruck ist dagegen nicht gesichert. Auch einige Medikamente können zu einem Bluthochdruck beitragen. Wie bereits oben erwähnt, steigt zudem bei den meisten Menschen der Blutdruck mit zunehmendem Alter an. Bei zu hohem Blutdruck ist das gesamte Gefässsystem stark belastet, weil die Gefässe einem höheren Druck standhalten müssen. Dadurch können kleinste Risse in der Gefässinnenhaut entstehen. An diesen lädierten Stellen kommt es durch eine Reihe von Stoffwechselprozessen zur Verdickung und Verhärtung der Gefässwände. Mediziner sprechen dann von der Ausbildung einer Atherosklerose (umgangssprachlich Arterienverkalkung). Bluthochdruck ist dabei der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung der Atherosklerose.
Als Folge der Atherosklerose kommt es zum teilweisen oder vollständigen Verschluss der betroffenen Arterien und damit zur Unterversorgung nachfolgender Organe mit Blut. Betrifft die Atherosklerose die Herzkranzgefässe, kann es zu Angina-pectoris-Anfällen oder zur Ausbildung einer koronaren Herzkrankheit kommen. Ein vollständiger Gefässverschluss führt zum Herzinfarkt. Sind Nierenarterien betroffen, können die Nieren ihrer Aufgabe, Blut zu filtern und von giftigen Stoffwechselprodukten zu befreien, nicht mehr nachkommen. Es entwickelt sich eine so genannte Niereninsuffizienz. Im Gehirn kann eine Unterversorgung durch Atherosklerose einen Schlaganfall zur Folge haben.
Hoher Blutdruck kann aber noch weitere Folgen haben: Da das Herz bei Bluthochdruck das Blut mit grösserem Kraftaufwand durch die Arterien pumpen muss, arbeitet es ständig mit voller Kraft. Diese dauerhafte Überbelastung führt zur Herzmuskelschwäche (medizinisch: Herzinsuffizienz), und das Herz kann seine Funktion nicht mehr voll erfüllen.
Bluthochdruckbehandlung
Das Ziel jeder Behandlung ist eine zuverlässige und dauerhafte Blutdrucksenkung auf Werte unter 140/90 mmHg. Bei einigen Patienten kann dieser Blutdruck allein durch eine Änderung der Lebensführung erreicht werden:
- Gewichtsreduktion bei Übergewicht
- Einstellen des Rauchens
- Alkoholkonsum reduzieren
- körperliche Bewegung fördern
- Reduktion des Salzkonsums bzw. Ernährung umstellen
- Stressabbau





