Haut

Rhodiola rosea Blüten

Rhodiola rosea Der Begriff Rhodiola umfasst eine grosse Zahl von Pflanzenspezies aus der Familie "Crassullaceae"...

Edelweiss (Leontopodium alpinum)

Leontopodium Der symbolträchtigsten aller Alpenblumen, dem Edelweiss (leontopodium alpinum), steht eine Karrie...

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Die Haut, in der wir leben

Als Grenz- und Kontaktorgan zur Umwelt ist die Haut auch das grösste aller Organe des menschlichen Körpers. Der Volksmund sagt: "Die Haut ist der Spiegel der Seele und der Gefühle, aber auch der Spiegel von Freud und Leid". Vermeidbare oder schicksalhafte äussere und innere Einflüsse prägen ihre Beschaffenheit. Neben dem natürlichen Altern oder Krankheiten an den inneren Organen, die sich an der Haut zeigen, hinterlassen auch Wind und Kälte oder die Sonne ihre Spuren.

Die Hülle unseres Körpers:
- 100 Milliarden Zellen, die sich langsam, aber lebenslänglich erneuern
- ist 2 Quadratmeter gross
- 10 kg schwer
- mit 120 Schweissdrüsen und 15 Talgdrüsen pro Quadratzentimeter
- wird durch 240 Kilometer feinste Blutgefässe versorgt

Hautalterung und Alterskrankheiten

Der natürliche Alterungsprozess der Haut schreitet individuell unterschiedlich rasch voran und setzt bereits zwischen 20 und 30 Jahren ein.

Die 2 Formen der Hautalterung:
1. die zeitlich bedingte, intrinsische oder physiologische Hautalterung.
2. die beschleunigte oder extrinsische Hautalterung, die hauptsächlich durch die Einwirkung von Nikotin, Umweltschadstoffe und Ultraviolett (UV)-Strahlen beeinflusst wird.

Die alternde Haut trocknet aus, verliert an Elastizität und die Schicht der Oberhaut wird dünner. Im Bindegewebe bilden sich das Kollagen und das elastische Fasergerüst zurück, die Haut wird schlaff und es entstehen die Altersfalten. Durch die dünnere Oberhaut reduziert sich die natürliche Hautbarrierefunktion, es kommt zu erhöhtem Wasserverlust und die Funktion der Schweiss- und Talgdrüsen vermindert sich zunehmend. Die häufigsten Hautprobleme im Alter entstehen durch die Austrocknung der Haut; Juckreiz und Ekzeme sind die Folge. Diverse Zell-Veränderungen beeinträchtigen die optimale Funktion der Haut zusätzlich: so kann sie oxidativen Stress von Ultraviolett-Strahlen weniger gut auffangen und es kommt zu Schäden an der Kernsäure. Dadurch nimmt die immunologische Abwehrfunktion der Haut ab.

Primärprävention

Primärprävention bedeutet, die Haut und das Haar frühzeitig vor schädigenden Einflüssen zu schützen:

Schädigend sind hauptsächlich:
- UV-Strahlen
- Rauchen
- ungesunde Ernährung
- Stress

Dermokosmetische und Anti-Aging Wirkstoffe (hormonaktive Substanzen, Antioxidantien) sowie Lichtschutzmittel gewinnen immer mehr an Bedeutung, um Haut und Haar gesund zu erhalten, bzw. der Alterung entgegen zu wirken. Das ideale Lichtschutzmittel besitzt einen hohen und breiten UVA-/ UVB-Lichtschutzfaktor, ist anwendungsfreundlich und lichtbeständig. Neu entwickelte UV-Filter erfüllen diese Anforderungen. Das Ziel von dermokosmetischen Anti-Aging-Wirkstoffe ist, die Feuchtigkeit der Haut wieder herzustellen und zu erhalten. Der Versorgungszustand der Haut soll gesichert werden: die Versorgung mit Mikronährstoffen, die Durchblutung fördern, vor UV-Strahlen, Luftschadstoffen und freien Radikalen schützen. Zu den dermokosmetischen Anti-Aging-Wirkstoffen zählen die Retinoide Retinol, Tretinoin und Retinaldehyd, die Vitamine C und E, (Grüntee-) Polyphenole, essentielle Fettsäuren, alpha- und beta-Hydroxysäuren, Hyaluronsäure und Kombinationen davon.
In der Menopause trägt der Östrogenabfall zusätzlich zur schnelleren Hautalterung bei. Mit Östrogensubstitution wird ein günstiger Einfluss auf die Hautdicke durch Studien belegt. Trotz dieses Nutzens, aber wegen den möglichen Risiken der Hormonbehandlung lehnen immer mehr Frauen und auch Fachkreise zunehmend eine längerfristige Therapie ab. Eine Alternative bieten Phytoöstrogene. Das sind pflanzliche Stoffe mit östrogenartiger Wirkung. Ihre biologische Potenz ist wesentlich kleiner als bei den synthetischen Östrogenen. Nebenwirkungen sind keine bekannt, besonders wenn die Phytoöstrogene äusserlich angewendet werden. Regelmässig auf die Haut aufgebracht, bewirken Phytoöstrogene, dass die Oberhaut Bindegewebe (Kollagen) aufbaut. Phytoöstrogene schützen das Kollagen auch vor dem enzymatischen Abbau, wirken feuchtigkeitsspendend und antioxidativ. Neuerdings werden die Soja-Isoflavone Genistein und Daidzein erfolgreich in Anti-Aging- Hautcrèmes eingesetzt.
Interessant scheint auch eine Nahrungsergänzung mit Mikronährstoffen in den sogenannten Nahrungsmittel-Kosmetika zu sein. Bestimmte Nährstoffe haben eine potenzielle Schutzwirkung auf die Haut, z.B. Omega-3-Fettsäuren in Fischöl, die Vitamine A, C und E, Ubichinon (Co-Enzym Q10), Zink, Karotinoide und Isoflavone. Diese Nährstoffe sind von biologischer Bedeutung für einen optimalen Hautzustand, was inzwischen wissenschaftliche Studien belegen. Ob diese nur als Nahrung oder auch als Nahrungsergänzung wirksam sind, ist Gegenstand von neueren Untersuchungen.

Sekundärprävention

Wenn bereits Anzeichen der Hautalterung sichtbar werden, kommt die Sekundärprävention zum Einsatz. Dazu gehören eine optimale medizinische Gesundheitsversorgung, die Behandlung von Haarausfall und spezifische Anti-Aging Behandlungen. Eine optimale medizinische Versorgung beinhaltet in erster Linie die Früherkennung und Therapie von medizinischen Problemen, die im Alter vermehrt auftreten: besonders das Herzkreislaufsystem, die Psyche, der Hormonhaushalt,  aber auch die Haut (Präkanzerosen = Vorstufen von Hautkrebs) sind betroffen.
Vielfach ist die Gesundheitsversorgung im Alter unzureichend, deshalb wird häufig eine krankhafte Veränderung als normale Alterserscheinung gedeutet und bleibt aus diesem Grund oft unbehandelt.
Die Hormonbehandlung im Alter basiert auf der Annahme, dass zwischen der altersbedingten Abnahme der Hormone und den Funktionseinbussen des Organismus ein Zusammenhang besteht. Nach eingehender Analyse wird versucht, gesunden und funktionell nicht eingeschränkten Menschen mittleren Alters, nebst Vitamin-Präparaten und Diätempfehlungen, ein abgestimmtes Programm an Hormonen zusammen zu stellen. Nebst der Therapie mit Östrogenen, Testosteronen (Sexualhormone) nimmt das
Wachstumshormon (GH) wegen seiner anabolen Wirkung einen ausgeprägten Stellenwert ein, gefolgt von Melatonin und Dehydroepiandrosteron (DHEA). Durch viele dieser Massnahmen und den Fortschritten der Medizin ist die durchschnittliche Lebenserwartung, aber auch die Lebensqualität im Alter angehoben worden.