Anti-Aging
Junge medizinische Fachrichtung
Als junge medizinische Fachrichtung hat sich Anti-Aging zum Ziel gesetzt, alterstypische Veränderungen und altersabhängige Funktionsbeschränkungen der einzelnen Organe und des Gesamtorganismus vorzubeugen, rechtzeitig zu erkennen und möglichst rückgängig zu machen oder zu behandeln. Die Haut ist der Spiegel der Gesundheit und Gesundheit wird meist mit Schönheit gleichgesetzt. Deshalb erhält speziell die Behandlung der Haut einen grossen Stellenwert im Anti-Aging. Durch die wachsende Zahl älterer Menschen ist auch die Dermatologie gefordert, die Haut und ihre physiologischen Funktionen im fortschreitendem Alter in einem möglichst guten Zustand zu erhalten.
Das sich der Alterungsprozess sehr augenfällig an der Haut widerspiegeln, wird der Haut hohe Beachtung geschenkt. Da sie leicht zugänglich ist, eignet sie sich besonders zur Erforschung der Alterungsvorgänge und der Wirkung von Therapien. Die Dermatologie bietet damit vorbeugende und therapeutische "Anti-Aging"-Strategien und legt aus ihrer Sicht gute Ansätze.
Altersforschung und Biogerontologie
Wäre unser Leben nicht durch Unfälle, Krankheiten, Fremd- oder Selbsttötung begrenzt, könnten wir laut Randolph M. Nesse und George C. Williams etwa 690 Jahre alt werden, nach D. Pearson/S. Shaw durchschnittlich sogar ca. 800 Jahre alt. Obwohl sich die durchschnittliche Lebenserwartung immer weiter erhöht, bleibt das maximal erreichbare Alter konstant bei ca.120 Jahre stehen. Hier könnten Anti-Aging-Massnahmen an Grenzen stossen, da dieser Wert unter Umständen genetisch determiniert ist. Der Prozess des körperlichen Alterns wird durch mehrere Faktoren beeinflusst, die sich nur bedingt beeinflussen lassen, da sind sich die Wissenschaftler der Biogerontologie einig. Folgende Faktoren werden genannt:
- Genetische Ursachen, Programmtheorien, Telomerverlust, auch als aktives Altern bekannt. Wissenschaftliche Studien zur Zwillingsforschung zeigen, dass die Gene die Lebenserwartung zu etwa 30 Prozent bestimmen, wobei andere Studien die Bedeutung der genetischen Ursachen bedeutend höher einschätzen, mit Werten bis zu 70 %. Statistisch wird eine höhere Lebenserwartung bestätigt, wer aus einer Familie stammt, in der die Vorfahren ein hohes Alter erreicht haben. Langlebigkeit wird demnach vererbt. Eine grosse Zahl von Genen ist bei Lebewesen bereits identifiziert worden, z.B. "death genes", "longevity assurance genes" usw.
- Auch Lebensstil und Umwelt nehmen erwiesenermassen Einfluss auf das Altern; sie können ihn beschleunigen oder verzögern. Negative Auswirkungen haben hoher Alkoholkonsum und Nikotin, Übergewicht, Stress, Schlafmangel, sowie Umweltverschmutzung, aber auch Verkehrslärm.
- Biochemisches Altern und Abnutzungs-Theorien. Freie Radikale spielen beim biochemische Altern eine wichtige Rolle. Als Abfallprodukte des Stoffwechsels entstehen sie permanent und sind potenziell zellschädigend. Die zusätzliche Zufuhr von bestimmten Vitaminen, Selen oder Liponsäure kann freie Radikale teilweise unschädlich machen, was nach Ansicht mancher Forscher den Prozess des Alterns beeinflussen kann. Auf den Menschen bezogene Studien gibt es dazu allerdings nicht.
- Hormone beeinflussen das Altern. Die Produktion verschiedener Hormone sinkt im Laufe des Lebens kontinuierlich. Dies gilt als eine wichtige Ursache des Alterungsprozesses, sowie von Krankheiten wie Arthrose, Demenz, Osteoporose und auch von Krebs.
Idealfall: ca. 120 Jahre alt werden
Nach aktuellem Wissensstand geht die Altersforschung davon aus, dass Menschen unter optimalen Bedingungen ca. 120 Jahre alt werden können. Wie allgemein bekannt, erreichen nur einige wenige dieses Alter. Die Forschung hat sich zum Ziel gesetzt, die Bedingungen zu analysieren, die ein hohes Lebensalter ermöglichen. Die Nationalen Gesundheitsinstitute der USA und des japanischen Gesundheitsministeriums auf der Insel Okinawa untersuchen seit 1976 diese Gegebenheiten. z.B. auf Okinawa, wo überdurchschnittlich viele 100-Jährige leben. Hier sind es nämlich rund 600, bei insgesamt 1,3 Millionen Bewohnern. Okinawa gilt als die ärmste Präfektur Japans und die Menschen leben vor allem vom Fischfang. Aber auch auf Sardinien und in Neuschottland leben relativ viele Hochbetagte. Die Rate der Zivilisationskrankheiten ist in den Mittelmeerländern deutlich niedriger als im übrigen Mitteleuropa.



